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Hessische Provinz und Weltgeschichte – ein Widerspruch?!

Die „Hessians“ und die USA.

Am 10. November 2014 war IMG_0219Prof.Dr. Holger Th. Gräf vom Hessischen Landesamt für Geschichtliche Landeskunde war zu Gast an der Musterschule.

Auf Einladung von Frau Piller hielt er für die Schüler des Q1 Geschichts-LKs einen neunzigminütigen Vortrag über die „Hessians“: hessische Söldner im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783). Prof. Dr. Gräf stellte anhand neuer Quellenfunde – Privatbriefe und Tagebücher hessischer Kriegsteilnehmer – verschiedene Söldnerbiographien vor und ordnete deren Erlebnisse und Kommentare in den historischen Kontext des Krieges ein.

Anhand der Biographen wurde zudem deutlich, dass die in der Geschichtsschreibung und der öffentlichen Wahrnehmung oft als „verkaufte Untertanen“ wahrgenommenen hessischen Söldner, sich doch aus ganz verschiedenen wirtschaftlichen und persönlichen Gründen für den Militärdienst hatten anwerben lassen: Einige gingen schlicht des besseren Verdienstes wegen, andere sammelten militärische Erfahrungen und stiegen nach ihrer Rückkehr weiter auf. Wiederum für andere war der Militärdienst in Amerika vor allem eine ‚kostenlose’ Überfahrt nach Amerika: einige desertierten bereits kurz nach der Überfahrt, andere ließen sich nach Ende des Krieges in den neugegründeten USA nieder.

Ein weiterer Teil des Vortrages konzentrierte sich auch auf die Bedeutung der „Hessians“ für die historisch-politische Identität der Amerikaner und ihre Rolle in der amerikanischen Kulturgeschichte. Auch der „Hesse“, der düstere, kopflose Reiter aus dem Film „Sleepy Hollow“, hat seinen Ursprung in den Erfahrungen der Amerikaner mit den gegnerischen Söldnern!

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Prof. Dr. Holger Th. Gräf lehrt an der Philipps-Universität Marburg. Er ist u.a. Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und des Arbeitskreises Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit.

Raumrenovierung: Mathematische Kunst ODER künstlerische Mathematik?

Der Zustand des Fachraumes Mathematik 241 störte Schülerinnen und Schüler sowie manche Lehrkräfte latent. So entschloss sich der Mathe-LOK (Jäger) zur Grundsanierung.

Das Planungskommitee (Mark, Cecilia, Joshua und Hr. Jäger) erarbeitete in mehrern Sitzungen Vorschläge, welche dem Kurs zum Schluss vorgestellt wurden. In Abstimmungen zu verschiedenen Punkten (Motive/Farbwahl) nahm das Konzept dann Gestalt an: Die Wände sollten einen neuen Anstrich (in weiß) und die Rückwand anstelle der Graffiti ein mathematisches Motiv (‚Zahlensalat‘) erhalten.

Am Freitag Nachmittag bereiten wir den Raum vor: Säubern aller Flächen, abkleben und abdecken des Inventars, weißeln der Wandflächen. Dank vielfältiger Beteiligung, guter Verpflegung und Musik aus dem Ghettoblaster geht das leicht von der Hand! Unterstützt werden wir tatkräftig z.T. durch Freunde aus anderen Kursen.

Am darauffolgenden Montag Nachmittag steht der zweite Teil an: Die Tafelseite wird ein zweites Mal geweißelt und das Kunstwerk (‚Zahlensalat‘) auf der Rückwand begonnen. Dabei wird nach dem ‚teile und herrsche‘-Prinzip gearbeitet: Bis zu drei Gruppen sind an verschiedenen Stellen gleichzeitig am Werk! Andere Schülerinnen und Schüler kontrollieren die Richtigkeit oder unterstützen die Malergruppen.

Am Ende zeigt sich, daß wir unheimlich viel Spaß bei der ‚Arbeit‘ hatten, der ‚Zahlensalat‘ aber viel mehr Zeit als Vor- und Nachbereitung in Anspruch genommen haben. So bleibt zu sagen: To be continued …

DSC05862_erste_schicht_weiss DSC05855_alle_waende_weiss  DSC05890_nach_zweitem_anstrich_FERTIG  DSC05858_graffiti_verschwinden DSC05896_beginn_zahlenwerk DSC05898_es_geht_voranDSC05903_teile_und_herrsche  DSC05907_kuenstlerische_mathematik_ODER_mathematische_kunst

Ein Treffen mit der Bundestagsabgeordneten Sabine Leidig

Sabine Leidig, dieser Name ist mittlerweile vielen Personen in der Politik ein Begriff. Am 25 Juni 2014 haben wir sie im Rahmen der Studienfahrt des kompletten Jahrgangs mit unserem PoWi-Kurs im Bundestag besucht und viel von Ihr erfahren.

Sabine LeidigEingangs stellte sich Frau Leidig selber vor und nannte wichtige Stationen ihres politischen Werdegangs. Geboren wurde sie 1961 in einem kleinen Dorf nahe Heidelberg, wo sie auch aufwuchs. Nach der Mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Biologielaborantin und arbeitete anschließend am Deutschen Krebsforschungszentrum. Ihre Politisierung begann 1975 in der Kulturgruppe ‚Grüne Welle’.

Sie engagierte sich in gewerkschaftlicher Jugend- und Bildungsarbeit, war hauptamtlich beim DGB Baden-Württemberg beschäftigt, ab 1996 als gewählte DGB-Vorsitzende für die Region Mittelbaden zuständig und seit 2002 Bundesgeschäftsführerin von Attac Deutschland.

Von 1982 bis 1991 war sie Mitglied der DKP, danach parteilos. In den Bundestag wurde sie 2009 gewählt, nachdem ‚Die Linke’ sie auf Platz 1 der hessischen Landesliste gesetzt hatte.

Frau Leidig beschäftigt sich viel mit der Frage „Warum landen Kinder aus armen Familien seltener auf Gymnasien als Kinder aus wohlhabenderen Familien ?“ Ebenso sucht sie nach Ursachen, warum 1,4 Milliarden Menschen übergewichtig sind, während gleichzeitig 900 Millionen Menschen in Entwicklungsländern an Hunger leiden. Ein großes Thema ist zudem das NPD-Verbot, welches sie deutlich befürwortet.

Frau Leidig, innerhalb ihrer Fraktion auf die Themen Verkehr und Ökologischer Umbau spezialisiert, stellte sich anschließend den Fragen des Kurses. Diese Gelegenheit nutzten wir gerne. Dabei sprach sie sich gegen die Privatisierung der ‚Bahn AG’ aus, erläuterte aber auch ihre Vorstellungen von Pluralismus, bezog Position für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und argumentierte für ein faires Wirtschaften in globalen Zusammenhängen.

Als nach 90 Minuten Frau Leidig zu einer namentlichen Abstimmung in den Plenarsaal des Bundestages musste, blieb bei unserer Gruppe der Eindruck einer wirklich anregenden politischen Veranstaltung.

Text verfasst von Mohamed Athanouti und Bilal Benakka, E2

Globalisierungskritischer Stadtrundgang

Globalisierungskritischer StadtrundgangAm 9.Juli 2014 hat sich der PoWi LOK der E-Phase von Herrn Edelbluth mit zwei Referentinnen der Meenzglobal-Organisation getroffen. Diese haben einen Stadtrundgang zum Thema Globalisierung organisiert, welcher uns Hintergründe zu Orten unseres täglichen Konsums liefern sollte, wie zum Beispiel Fastfood-Ketten oder Klamottenläden.

Station 1: Die Ladenkette Primark war unsere erste Station. Die Herstellung der Kleidung spielt hier eine wichtige Rolle, da jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr 40 Klamotten kauft, ohne eigentlich zu wissen, wo diese hergestellt werden. Die Produktion für ein Kleidungsstück erfolgt arbeitsteilig in der halben Welt.
Der erste Schritt ist die Baumwolle, welche größtenteils in Afrika, Indien und den USA produziert wird.
Stoffherstellung und Färbung geschehen meistens in Ländern wie China, Bangladesch, Rumänien und Polen.
Die meisten Konsumenten denken, dass auf den Etiketten der Kleidung das Produktionsland steht. Dies trifft leider jedoch nicht zwangsläufig zu. Die Arbeitsbedingungen in diesen Betrieben sind oft katastrophal, soziale Absicherung kaum vorhanden. Viele dieser Arbeiter leiden unter starken Kopfschmerzen bis hin zu tödlichen Krankheiten, da die Stoffe, die durch die Luft wirbeln, sehr gesundheitsschädlich sind.

Station 2: An dieser Station haben wir uns vor dem o2-Handyladen platziert.
Handys sind inzwischen sehr beliebt und die meisten Menschen besitzen eins. Durch Innovationsmodelle, die in schnellen Abständen neu auf den Markt kommen, kaufen sich die meisten oft neue Handys. Doch kaum jemand macht sich darüber Gedanken wie und wo so ein Handy hergestellt wird. Für die Handys müssen die Arbeiter in Goldminen das Material abbauen, doch diese Goldminen sind lebensgefährlich. Ein großer Teil der Handy Herstellung wird von Kindern gemacht. Die Kinder, die diese Arbeit vollbringen, haben danach sehr schlimme Krankheiten und können das Leben nicht mehr genießen und sterben früh. Nicht nur die Kinder dort müssen leiden, nein, auch die Erwachsenen arbeiten unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen.
Handyanbieter machen viel Propaganda, um die Kunden für sich zu gewinnen.
Ihr wollt unbedingt ein Handy und dabei solche Arbeitsbedingungen nicht unterstützen? – das ist kein Problem! Inzwischen gibt es Fairtrade- Handys, die nicht einmal teuerer sind. Oder ihr kauft euch einfach nicht immer gleich die neuesten Modelle.

Station 3: Bei der dritten und letzen Station ging es um Fastfood-Ketten und Fleischproduktion. Bei Fastfood-Ketten wie Burger King und McDonalds stellt sich die Frage, wo und unter welchen Bedingungen derartige Massen produziert werden. Schlachtvieh muss auf engem Raum vegetieren, Hühnern werden die Schnäbel abgeschnitten, damit sie sich nicht gegenseitig die Federn rausziehen.
Ein Deutscher isst pro Jahr durchschnittlich 88kg Fleisch, also überlegt euch mal, wie viele Tiere allein wegen einem Menschen sterben müssen. Man muss nicht Vegetarier werden, aber man sollte vielleicht doch darauf achten, nicht täglich Fleisch zu essen, zumal die Viehzucht auch ökologisch problematisch ist. Für 1 Kilo Rindfleisch benötigt man 16.000 Liter virtuelles Wasser. Die Nitratbelastung des Bodens durch Gülle stellt ein weiteres Problem dar. Grundsätzlich gilt beim Kauf: eher regional und saisonal.

Text verfasst von Anastasija Vukmirovic und Greta Stang

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