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Berlinfahrt, Tag 3

Nach dem geschichtlich orientierten Montag geht es am Dienstag ganz politisch weiter.

Eine erste Exkursion führt uns zum Verlauf der ehemaligen Mauer an der Bernauer Straße und in das dort ansässige Museum. Hier soll es um den Aufbruch gehen, um das Aufbegehren eines Volkes gegen die Unterdrückung. Neben der Möglichkeit einen historischen Blick auf eine erhaltene Maueranlage zu werfen, wurde auch ein beeindruckender Film gezeigt, der den Verlauf des Widerstandes und der Wunsch nach einer Demokratisierung porträtiert.

Im nahegelegenen Prenzlauer Berg gab es anschließend die Gelegenheit typische Berliner Geschäfte zu entdecken, ausgelassen zu spazieren und etwas zu essen.

Was wäre ein Aufenthalt in Berlin ohne einen Besuch des Reichstag? Unmöglich, deswegen sind natürlich auch wir auf das Dach der Wiege unserer Demokratie gestiegen. Bei Warnungen vor „extremer Hitze in der Kuppel“ beklimmen wir die insgesamt 460 Meter lange Rampe in eine Höhe von 23 Meter. Von oben bietet sich ein phänomenaler Blick rund über Berlin, der durch die lange Wartezeit und die warmen Temperaturen aber nicht der reinste Genuss war.

Vor dem letzten politischen Highlight steht jetzt noch einmal Kultur auf dem Programm. Aufgabe ist es ein Selfie in einem Museum oder einer besonderen Attraktion zu machen. Die zahlreichen & vielfältigen Fotos findet ihr oben in der Galerie.

Eine Ausreißergruppe macht sich sogar auf den Weg zum Berliner Olympiastadion, indem Frankfurt 2018 den DFB-Pokal zurück nach Hause gebracht hat.

Nach einem Gruppenfoto vor dem Reichstag, ist die besondere letzte Station an diesem Tag der Besuch im Paul-Löbe-Haus des Bundestag. Dort treffen wir den Frankfurter SPD-Abgeordneten MdB Kaweh Mansoori. Im Europasaal mit prominentem Ausblick auf die Spree und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus diskutieren wir anderthalb Stunden über Digitalisierung, Chancengleichheit und Umweltschutz. Kaweh (bei der SPD duzt man sich) erzählt auch von dem Streiten und Diskutieren in der eigenen Partei und mit anderen MdB‘s.

Einen spannenden Aspekt beleuchten wir, als wir uns konkrete Gesetzentwürfe zum Thema „Sterbehilfe“ anschauen. Der Frankfurter Abgeordneter ist selber Mitglied im Rechtsausschuss und erklärt uns, warum er als einzelner Abgeordneter bisher keinen der drei Gesetzentwürfe unterstützen würde.

Transparenz spielt für Kaweh Mansoori eine große Rolle: er managet seinem Instagram-Account selber und hat eine WhatsApp-Nummer für Schüler:innen eingerichtet, über die er regelmäßig alle Interessierten informiert und die die Möglichkeit bietet, mit ihm in Kontakt zu kommen.

Bei unserem Besuch bekommen wir einen guten Eindruck davon, was es bedeutet um Kompromisse zu ringen und wie langwierig und anstrengend Demokratie auch
mal sein muss. Auf die Frage was wir machen können, damit auch unsere Interessen vertreten werden, antwortet Mansoori: „Geht auf die Straße. Wir brauchen den Druck. Hinter jeder zivilgesellschaftlichen Forderung sollte der Wille erkennbar sein.“

Dennoch: auch wenn Demokratie anstrengend sein kann, zeigt sie sich langfristig als die einzige Lösung, die die Gesellschaft repräsentiert. Den „AfD-Nazis“ gegenüber sagt der Sozialdemokrat: „Jeden, den wir für die Demokratie gewinnen, ist einer genug.“

Eine klare Kante gegen rechts und gegen alle Demokratie-Feinde, die unser sehr vielfältiges und interessantes Gespräch und diesen 3. Tag in Berlin beendet.

 

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