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Ein Hauch von Namibia in Frankfurt

Am 19. November 2021, erhielt der Leistungskurs-Erdkunde Besuch von Frau Heide Kerber, die am Institut für sozial-ökologische Forschung „ISOE“ arbeitet. Der Grund für den Besuch war das Berufsfeld von Frau Kerber, welches sehr gut zu unserem aktuellen Thema „Globale wirtschaftliche Integration – Möglichkeit der Entwicklung?“ im Fach Erdkunde passt. Am ISOE ist Frau Kerber seit September 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsschwerpunkt Wasserinfrastruktur und Risikoanalysen. Sie hat in ihrer Zeit bei der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ ein Praktikum in Namibia gemacht und ihre Magisterarbeit zum Thema der Ausgestaltung des Flussgebietsmanagements in Namibia und Deutschland verfasst.

Nun, da wir in der Erdkundeklausur Entwicklungsperspektiven für Namibia erarbeiten sollten und wir uns erst kürzlich mit Entwicklungszusammenarbeit im Unterricht beschäftigt haben, bot sich diese Informations- und Fragestunde mit Frau Kerber optimal an.

Nachdem sie sich vorgestellt hatte, erklärte Frau Kerber die Struktur der verschiedenen Institutionen, von denen die Entwicklungszusammenarbeiten ausgehen und schilderte uns ihre derzeitige Arbeit im ISOE. Unsere erarbeiteten Entwicklungsperspektiven haben wir darauf hin mit der tatsächlichen Entwicklungszusammenarbeit verglichen. Es stellte sich heraus, dass unsere Ideen der Realität ziemlich nahe kommen, was uns echt freut.

Des Weiteren berichtete Frau Kerber über ihren Erfahrungen in Namibia. Besonders auffällig empfand sie dabei den großen Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Den Unterschied beschrieb sie als „zwei Welten“. Der Norden, noch eher traditionell geprägt und teils weniger entwickelt, was sich beispielsweise durch nicht asphaltierte Straßen oder informelle Siedlungen zeigte, im Vergleich zum Süden Namibias, welcher noch sehr stark, speziell an der Küste zum Atlantischen Ozean im Westen, von der Kolonialzeit geprägt ist. Konkrete Beispiele sind deutsche Straßennamen, deutsche Architektur und ein nicht geringer deutschsprachiger Anteil in der Bevölkerung. Daraufhin wurde es konkret in Bezug auf die Entwicklungszusammenarbeit. Frau Kerber berichtete von dem „Integrierten Wasserressourcen Management“ und erklärte uns im Einzelnen was man darunter verstehen kann und dass dieses Projekt auf der ganzen Welt umgesetzt wird. Auch beschrieb sie Konflikte innerhalb dieser Projekte: Es ging beispielsweise um die Sitzverteilung in den Komitees des Wasserressourcenmanagements, da es viele verschiedene Wasseransprüche gab. Verschiedene Denk- und Arbeitsweisen von Einheimischen einerseits und Helfern andererseits kollidieren da schon einmal. Tourismus, die Pharmaindustrie, der Bergbau und natürlich die Bürger Namibias benötigen alle das ohnehin schon knappe Wasser. Auch ist die oft weit voraus planende Arbeitsweise der Institute für Entwicklungszusammenarbeit teils mit der spontanen Arbeitsweise, die in Namibia durchaus üblich ist, nicht immer sofort kompatibel. Lösungen müssen gemeinsam erarbeitet werden. Jedoch überwiegen die größtenteils positiven Reaktionen auf die Entwicklungszusammenarbeit diese Probleme meist.

Zum Abschluss hatten wir Schülerinnen und Schüler noch die Möglichkeit, all unsere im Vorfeld gesammelten Fragen an Frau Kerber zu stellen. Darunter war alles zwischen dem finanziellen Volumen der Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, möglichen Sprachbarrieren bis hin zum Leben als Mitarbeiter vor Ort zu finden.

Es lässt sich sagen, dass Frau Kerbers Auskunft und Fachwissen zu dem Thema uns definitv einen tieferen Einblick in die Welt der Entwicklungszusammenarbeit ermöglicht hat, der durch kein Schulbuch zu ersetzen ist. Dankeschön, Frau Kerber!

Für den Kurs verfasst von: Nik Reichhardt

Zusätzliche Quelle:
https://www.isoe.de/das-institut/team/mitarbeiterin/person/heide-kerber/