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Auf den Spuren des Franz von Assisi in der Frankfurter Innenstadt

Religionskurs der Klasse 7 zu Besuch im „Franziskustreff“ im Kapuzinerkloster Liebfrauen

Unweit der Zeil, mitten im hektischen Frankfurter Stadtzentrum, finden Menschen eine Oase der Ruhe: der Klosterhof von Liebfrauen. Als wir dort am Morgen des 2. Juni 2017 ankommen, heißt uns Bruder Michael sehr herzlich willkommen und gewährt uns in den kommenden zwei Stunden einen Einblick in das Klosterleben und in die Arbeit des „Franziskustreffs“.

Mit nackten Zahlen und Fakten spiegelt er uns zunächst die aktuelle Situation Obdachloser in Deutschland, in Hessen und in Frankfurt. Unter diesen sind zu unserer Überraschung auch Minderjährige zu finden. Wir erfahren von seinen Begegnungen mit den durchschnittlich 150 bis 200 armen und obdachlosen Menschen täglich, die im „Franziskustreff“ für einen Obolus von 0,50 € ein Frühstück bekommen, das einen Wert von gut 4,50 € hat. Es wird dabei immer deutlicher, dass die Einrichtung seit 25 Jahren weitaus mehr ist als „nur“ ein Frühstückstreff für bedürftige Menschen. Sie bietet ihnen einen adäquaten Raum, in dem sie auch seelsorgerisch aufgefangen werden. Bruder Michael erzählt von seiner Dankbarkeit gegenüber den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die ihn in seiner Arbeit unterstützen, sowie von kreativen Spenden- und Weihnachtsgeschenkaktionen (z.B. „der Tannenbaum in der Deutschen Bank“). Froh ist er darüber, auch hauptamtliche Fachkräfte an seiner Seite zu wissen. Die sorgen unter anderem dafür, dass den Bedürftigen eine professionelle  Sozialberatung angeboten und ihnen damit eine Perspektive eröffnet werden kann. Er wirbt gerne dafür, dass der „Franziskustreff“ darüber hinaus Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit bietet, hier ein Sozialpraktikum oder ihr Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren.

Offen, ehrlich und sehr geduldig beantwortet Bruder Michael alle unsere – mitunter sehr persönlichen – Fragen: Wann und wie kam er zu der Entscheidung, in einen Franziskanerorden einzutreten? Wie lebt es sich damit jetzt – so ehelos? Hat er noch Kontakt zu seiner Familie und zu alten Freunden? Ergeben sich im „Franziskustreff“ echte Freundschaften? Schmunzelnd berichtet er uns in diesem Zusammenhang von einer Erfolgsgeschichte der ganz besonderen Art: Kürzlich ist aus einer langen Freundschaft zweier „Franziskustreffler“ ein (Ehe-) Paar geworden, das mittlerweile sogar ihre eigene Wohnung beziehen konnte.

Es war ein interessanter Vormittag, der schnell zu Ende ging, aber bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zum Abschied konnten wir Bruder Michael 150,01 € überreichen. Dies war der Erlös aus einer Pfandflaschen-Sammelaktion des Religionskurses, um einen kleinen Beitrag für die wichtige Arbeit des „Franziskustreffs“ zu leisten. Weitere Informationen auch unter www.franziskustreff.de.

Für die Fachschaft Religion/Ethik

Susanne Rothweil