42 Stunden Theater pur!

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Studientage Darstellendes Spiel in Berlin, Q4

„Theater muss immer etwas mit dir selbst zu tun haben – egal, ob du die Iphigenie, Maria Stuart oder Antigone spielst“, so der Hinweis von Mark Waschke, der einigen als Berliner Theaterschauspieler oder auch als Tatortkommissar bekannt sein dürfte.

Dass wir nach 6 Stunden Berlin in der Studiobar der Schaubühne quasi zufällig mit ihm ins Gespräch über Rollenanverwandlung kamen, hat uns schon nachhaltig begeistert.

 

Am Montagnachmittag, dem 14.1.19, kamen wir bei Glatteis im Osten Berlins, im Stadtteil Friedrichshain, an der Jugendherberge an. Am Abend standen zwei Theaterveranstaltungen zur Auswahl auf dem Programm, „Gift“, ein Drama mit Ulrich Matthes und Dagmar Manzel im Deutschen Theater, und „Love hurts in tinder times“ im Schaubühnenstudio, eine Performance mit philosophischen Texten, Songs, Bodypainting und Improvisations-Acts, die sich alle um das Thema des Liebens in modernen Zeiten drehen.

Am Dienstag besuchten wir Bertolt Brecht – den Gründer des Berliner Ensembles, das ausgerechnet an unseren Berlintagen wegen einer Premierenvorbereitung keine Vorstellung im Programm hatte. Die Museumsführerin der Akademie der Künste sprach über Brechts Exilzeit, seine Rückkehr mit Helene Weigel nach Ost-Berlin und das Theaterleben in der Chausseestraße und am Schiffbauerdamm.

Bevor die ersten 24 Stunden in der Hauptstadt vergangen waren, drehten die Schülerinnen in Kleingruppen ihre Monologe, die sie zuvor im Unterricht vorbereitet hatten und nun an einem Berliner Ort ihrer Wahl in Eigenregie filmten – z.B. in der U-Bahn, vor dem Friedrichstadt-Palast, vor der Ausländerbehörde. Am 6.5.19 können Sie die Ergebnisse voraussichtlich in der Musterschule sehen.

Vom Vorsprechen eines Monologs als Prüfungsformat bei Bewerbungen an Schauspielschulen berichteten uns Schauspielstudenten der Universität der Künste, die wir im Rahmen eines Workshops, organisiert von der Theaterpädagogik der Schaubühne, kennenlernten.

Da wir am letzten Abend die gefeierte knapp vierstündige Inszenierung der französischen Komödie „Champignol wider Willen“ von Herbert Fritsch besuchten, war das Gespräch mit den Schauspielstudenten, die bei dieser Inszenierung mitwirken, zum einen die Chance, Fragen zum Schauspielstudium zu stellen, und zum anderen, Einblicke in die ästhetische Arbeit von Herbert Fritsch zu gewinnen.

Text: Ulla Steckenmesser