Theaterinszenierung zu Kleist „Der zerbrochene Krug“
Heute war ich im Theater. Ich sah eine phantastische Inszenierung von Kleists „Der zerbrochene Krug“. Also ich war nicht im richtigen Theater, ich war in der Musterschule. Hat sich aber wie richtiges Theater angefühlt.
Sich in einem DS-Kurs an Kleist heranzuwagen, ringt mir höchsten Respekt ab. Und wenn man während eines Theaterstücks nicht mit der Zeit ringt, wurde alles richtig gemacht. Die Zeit mit dem Kruge, ich glaube es waren 75 Minuten, verging wie im Fluge.
Man muss sich nur einmal vorstellen, dass das Ensemble und die Kursleiterin Frau Steckenmesser alles alleine auf die Beine gestellt haben. Da gibt es ja kein professionelles Team wie beim Theater aus Bühnenbild, Maske, Choreografie, Dramaturgie, Kostümbild. Aber das hat man nicht gemerkt. Es gab außergewöhnliche Inszenierungs-Ideen, überraschende und passende Video-Einspieler und immer wieder humorvolle Eingriffe, die das Publikum einnahmen und auflockerten.
Das Opening sollte man mal Schauspiel-Häusern vorschlagen. Das gesamte Ensemble saß in einer Reihe schwarz gekleidet auf der Bühne und empfing das Publikum. Das machte die zu erwartende harte Kost (Kleist), der man sich nur behutsam und mit viel Respekt nähern kann, gleich zu Anfang äußerst nahbar.
Bemerkenswert war für mich außerdem die Textsicherheit der einzelnen Ensemble-Mitglieder – mir sind jedenfalls keine Versprecher oder Ausfälle aufgefallen.
Also insgesamt eine klasse Darbietung, tolle Darstellungen, tolle Ideen, eine kreative und moderne Umsetzung. Ich bin gespannt, ob man einzelne Mitglieder des Schul-Ensembles irgendwann auf einer professionellen Theaterbühne sieht. Die Musterschule ist offensichtlich nicht nur ein Zentrum zur Förderung musikalisch, sondern auch schauspielerisch Begabter.
Gregor Aigner

















