Im Februar erinnerte unser Kooperationspartner Dr. Hoch’s Konservatorium mit einer Gedenkveranstaltung und Ausstellung an jüdische Dozentinnen und Dozenten, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die Q4 der Musterschule war eingeladen, an der Veranstaltung mit Musik und Schauspiel und einem anschließenden Gespräch mit einer Zeitzeugin teilzunehmen. Helen Köhler und Henriette Mey-Clancy haben aufgeschrieben, wie bewegt zahlreiche Schülerinnen und Schüler vom Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler mit Sabine Fischmann (Schauspiel) und Markus Neumeyer (Musik) und der Begegnung mit Eva Szepesi waren.

Am Donnerstag den 05.02.2026 hat fast die gesamte Jahrgangsstufe der Q4 das Ein-Personen-Musiktheaterstück „Heute Abend. Lola Blau“ von Georg Kreisler im Dr. Hoch’s Konservatorium angeschaut.
Die Handlung beginnt 1938 in Wien. Lola steht kurz vor ihrem ersten Engagement als Bühnenkünstlerin und träumt von einer großen Karriere. Doch durch den Nationalsozialismus ändern sich ihre Lebensumstände schlagartig. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wird ihr die Rolle abgesagt, und sie erkennt allmählich, dass sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher ist. Während viele Menschen in ihrem Umfeld die Gefahr sofort begreifen, ist Lola zunächst naiv und hofft noch, dass alles nicht so schlimm werden wird. Schließlich bleibt ihr jedoch keine Wahl. Sie muss aus Österreich fliehen. Lola gelangt nach Zürich, wo sie auf ihre große Liebe Leo warten will. Doch Leo schafft es nicht mehr rechtzeitig. Später erfährt sie, dass er verhaftet wurde. Dieser Verlust trifft sie schwer und markiert einen Wendepunkt in ihrem Leben. Zum ersten Mal wird ihr das ganze Ausmaß der Verfolgung bewusst, dies erkennt man auch in ihren Liedtexten. Schließlich emigriert Lola weiter in die Vereinigten Staaten. In Amerika beginnt sie, sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie tritt als Künstlerin auf und arbeitet unter anderem am Broadway. Ihr gelingt der berufliche Aufstieg, und sie wird erfolgreich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrt Lola zurück nach Wien. Sie hofft auf einen Neuanfang, doch die Rückkehr ist ernüchternd. Die Gesellschaft scheint die eigene Vergangenheit lieber vergessen zu wollen. Lola beginnt in Österreich aufzutreten, um positive Stimmung zu verbreiten. Außerdem ist sie wiedervereint mit ihrer großen Liebe Leo. Hier endet das Stück.
Neben abwechslungsreichen musikalischen Darbietungen und einer beeindruckenden schauspielerischen Performance wurde das Musical von eingespielten Tonaufnahmen von Zeitzeuginnen untermalt. Eine von ihnen war beispielsweise Eva Szepesi, die bei der Aufführung sogar anwesend war. Neben Lola Blaus Erfahrungen im Exil während der Zeit des NS-Regimes, haben uns besonders die persönlichen Lebensgeschichten der Zeitzeuginnen zutiefst berührt. Ihre Flucht durch Osteuropa, die Begegnungen währenddessen und die Erfahrungen im Konzentrationslager zeigten eine große Wirkung auf das Publikum.
Wir sind dankbar für diese geteilten Eindrücke und das anschließende persönliche Gespräch mit Eva Szepesi und ihrer Tochter. Der Besuch im Dr. Hochs Konservatorium hat uns begeistert, Gespräche inspiriert und insgesamt lange nachgewirkt.
Von Helen Köhler und Henriette Mey-Clancy (Q4)
