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„FaustFragmenteFrankfurt“

Performance des DS-Kurses Q2 von Ulla Steckenmesser

Wie kann man einen Stoff, der selbst den erfahrensten Theaterschaffenden Respekt einflößt und dessen reine Spieldauer meist mindestens vier Stunden beträgt, in einer 60-minütigen Aufführung vermitteln? Das war die Frage, die wir uns stellten, als der Kurs „Darstellendes Spiel“ der Q2 seine Inszenierung von Faust I und II begann.

Der Einfallsreichtum und die Kreativität, mit denen die Herausforderungen gelöst wurden, die im Schultheater ganz automatisch auftreten, waren beeindruckend. So fiel uns beispielsweise kein einziger Schauspieler dadurch auf, aus der Rolle zu fallen oder sich ablenken zu lassen. Der Kurs wirkte nicht wie ein wild zusammengewürfelter Schülerhaufen, sondern wie ein geschlossenes, niveauvolles Ensemble, das sich hervorragend untereinander koordinieren und kommunizieren konnte.

Weitere Einfälle, wie das Projizieren einzelner vorgedrehter Szenen an eine besser geeignete Kulisse, sorgten für angenehme Abwechslung.

Da die Ausstattung ansonsten bewusst minimal gehalten war, wirkten bestimmte Elemente umso eindrucksvoller – etwa wenn Mephisto plötzlich in einem aufwendig gestalteten Teufelskostüm oder mit einer hochrealistischen Pudelmaske auftritt.

Besonders spannend ist die stets wechselnde Besetzung der beiden zentralen Figuren Faust und Mephisto: Durch die unterschiedlichen Spieler, die jeweils einen bestimmten Aspekt der Charaktere in ihrer Szene hervorheben, bleibt die Inszenierung abwechslungsreich und dennoch stets verständlich.

Ebenfalls elegant eingebaut sind mehrere popkulturelle Verweise – etwa durch plötzliche musikalische Einlagen –, die der Inszenierung immer wieder komödiantische Höhepunkte ermöglichen.

Dem DS-Kurs der Q2 ist es gelungen, hochkomplexen Originalstoff sinnvoll zu verdichten, ohne – wie es bei solch drastischen Kürzungen oft geschieht – die Essenz des Stückes zu verlieren.

Diesem Ensemble zuzusehen, macht große Freude, und eine derart exemplarisch gehaltene szenische Version dieses Stücks haben wir selten so gelungen inszeniert gesehen.

Liv Aigner und Leander Weiß (Stufe E)

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