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Den Römern auf der Spur….

„Es lebe Latein!“ – Diesem Motto gemäß ist es uns ein Anliegen mit einem zeitgemäßen Unterrichtskonzept Latein als Sprach- und Kulturunterricht für die Schüler und Schülerinnen erlebbar zu machen. Latein und die antike Kultur prägen unser Leben bis in die heutige Zeit. Um dies zu erfahren, sollen die Lateinschüler und -schülerinnen an unserer Schule über den Unterricht hinaus in Projekten und Ausflügen den antiken Alltag hautnah erleben, ausprobieren und mit ihrem eigenen heutigen Alltag vergleichen können.

Schüler und Schülerinnen der 6. Klasse machen sich im Projekt „Schreiben wie die Römer“ mit den verschiedenen Schreibgeräten der Antike vertraut. Sie basteln aus Holz und Wachs eine Wachstafel (tabula), auf der schnelle Notizen gemacht wurden. Die römischen Schüler nutzten diese auch zur Bearbeitung ihrer Schulaufgaben. Nachdem der stylus (Stift) fertig geschmirgelt ist, können die ersten lateinischen Botschaften ins Wachs geritzt werden. Um das wertvolle Schreibmaterial „Papyrus“ mit einem kleinen selbst verfassten Brief auf Latein versehen zu können, bedarf es einer römischen Tinte (atramentum). Die Römer stellten diese u.a. aus Galläpfeln und Gummi arabicum her.  Viele Schüler und Schülerinnen erfüllte es mit Stolz anschließend die penna (die Schreibfeder) in die selbst gemachte Tinte zu tunken und das Papyrus zu beschreiben.

 

Das Spielen war für römische Kinder ebenso wichtig wie heute. Dass die Römer vielfach mit Nüssen gespielt haben, erfahren die Schüler und Schülerinnen beim Besuch im archäologischen Museum Frankfurt. Zielsicher werfen sie die Nüsse in Tontöpfe, bauen Nusstürmchen und werfen die gegnerischen Türmchen mit weiteren Nüssen um. Beim Delta-Spiel (Dreieck-Spiel) gewinnt der/diejenige mit dem größten Geschick – denn die Nüsse müssen in den Feldern mit der höchsten Punktzahl liegen bleiben. Beim Mühle-Spiel (mola) ist hingegen strategisches Geschick und Weitsicht gefragt. So sind manche Ähnlichkeit zu heutigen Spielen erkennbar.

 

Was es heißt in einem römischen Wohnhaus zu leben, können Schüler und Schülerinnen bei unserem Besuch im Pompejanum in Aschaffenburg erleben. Vom Atrium, der Empfangshalle mit dem Regenwasserbecken (impluvium), über die Gäste-, Schlaf- und Arbeitszimmer bis hin zum Esszimmer und die Küche können wir in den Alltag der Familie Nigidius blicken. Wie lange es dauern kann, bis dem römischen Hausherrn die Toga angelegt war, finden die Schüler und Schülerinnen selbst heraus, als sie einen Mitschüler mit dem wertvollen Kleidungsstück einkleiden dürfen. Da sind die Sklaven sehr viel schneller in ihre Tuniken gesprungen. Abgerundet wird der Ausflug mit einem Eis am Main mit Blick auf das Aschaffenburger Schloss und das Pompejanum.

 

Nur eine Dreiviertelstunde mit der S-Bahn entfernt, lassen sich in Mainz viele Überreste eines römischen Legionslager mit Siedlung begutachten. Eigenständig führen die Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse von dem römischen Theater über die Zitadelle und den Drususstein hin zu den Resten des Römertors und dem Isis-Heiligtum und klären uns über deren Entstehung und Besonderheiten auf. Im Isis-Heiligtum schlüpfen sie in die Rolle von Archäologen und erfahren, wie man bei den Ausgrabungen vor knapp 20 Jahren vorgegangen ist und welche Rolle solche Heiligtümer für die Römer spielten. Bei dem Rundgang durch Mainz vorbei am Schifffahrtsmuseum ist die antike Vergangenheit stets zu spüren.

 

Viele wissen, dass die Römer im Liegen aßen. Doch was haben sie gegessen? Und wie bereitete man diese Speisen zu? Dies können die Schüler und Schülerinnen der 9. Klasse im Projekt „Kochen wie die Römer“ selbst ausprobieren. Nachdem verschiedene antike Rezepte ausgewählt  und die zum Teil nicht leicht zu beschaffenden Zutaten besorgt sind, kann endlich der Kochlöffel geschwungen werden. Köstlichkeiten wie ova elixa (mit einer Masse aus Pinienkernen und Honig gefüllte Eier) und moretum (eine Paste aus Schafskäse und Knoblauch) als Vorspeise kündigen die Lukullischen Frikadellen und den Gemüseauflauf aus Radicchio und Rucola an. Neben verschiedenen Brotsorten wird das Festmahl, welches bei uns dann doch im Sitzen stattfindet, mit einem Honigkuchen und gefüllten Datteln abgerundet. Bene tibi satiat!

 

Im August 2020 sollte es losgehen – die Schüler und Schülerinnen der 10. und 11. Klasse warteten sehnsüchtig auf das Highlight ihres Lateinunterrichts – die Romfahrt. Doch dann kam Corona und machte die Pläne zunichte. Für eine Woche sollte es nach Rom gehen, um dort das Forum, das Kapitol, das Kolosseum – all die Orte, die man aus den Geschichten im Unterricht kannte, einmal selbst sehen zu können und so die Antike noch besser begreifen und verstehen zu können. Wir hoffen sehr, dass wir bald diese Fahrt mit den kommenden Jahrgängen umsetzen können.

Weitere Informationen zum Fach Latein finden Sie hier!